Zeitkonto

Ein Zeitkonto erfasst fortlaufend die Differenz zwischen der vertraglich vereinbarten Sollarbeitszeit und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit eines Mitarbeitenden. Es zeigt Plus- und Minusstunden und dient als Grundlage für Freizeitausgleich oder Vergütung.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Zeitkonto ist ein individuelles Arbeitszeitkonto für jede beschäftigte Person. Es stellt gegenüber, wie viele Stunden laut Arbeitsvertrag oder Dienstplan zu leisten sind (Sollzeit) und wie viele Stunden tatsächlich gearbeitet wurden (Istzeit). Die Differenz bildet den aktuellen Stand des Zeitkontos mit Plus- oder Minusstunden.
In der Praxis werden Zeitkonten vor allem in Gleitzeit- und flexiblen Arbeitszeitmodellen eingesetzt. Beschäftigte können so Arbeitszeiten an Auftragslage oder private Termine anpassen. Plusstunden werden später durch Freizeitausgleich, Abbummeln ganzer Tage oder – je nach Regelung – durch Auszahlung ausgeglichen. Wichtig ist, dass im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag klar geregelt ist, ob und in welchem Umfang Zeitkonten zulässig sind, wie Höchstgrenzen für Plus- und Minusstunden aussehen und bis wann ein Ausgleich zu erfolgen hat.
Rechtlich sind insbesondere das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) mit Vorgaben zu Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten und Pausen sowie das Mindestlohngesetz relevant. Überstunden dürfen nicht dazu führen, dass Vorgaben des ArbZG verletzt oder Mindestlohnansprüche unterlaufen werden. Auch die Dokumentation der Arbeitszeit gewinnt durch das EuGH-Urteil zur Zeiterfassung an Bedeutung.
Digitale Zeiterfassungssysteme führen Zeitkonten automatisch, berechnen Plus- und Minusstunden tagesaktuell und berücksichtigen Pausen, Urlaub und Kranktage. Führungskräfte sehen Auslastung und Fehlentwicklungen frühzeitig, können Überlastung vermeiden und Schichten besser planen. Gleichzeitig haben Mitarbeitende jederzeit transparente Einsicht in ihren Kontostand, was Diskussionen und manuelle Nachberechnungen reduziert.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen sollte ein Fachanwalt oder Steuerberater hinzugezogen werden.
Häufige Fragen
Ein Zeitkonto sollte immer vertraglich oder per Betriebsvereinbarung geregelt werden. Nur so sind Höchstgrenzen, Ausgleichszeiträume und der Umgang mit Überstunden klar definiert und rechtssicher dokumentiert.
Offene Plusstunden werden in der Regel durch Freizeitausgleich oder Auszahlung abgegolten, Minusstunden können je nach Vereinbarung verrechnet werden. Maßgeblich sind Arbeitsvertrag, ggf. Tarifvertrag und die betrieblichen Regelungen.
Minusstunden sind nur zulässig, wenn es dafür eine klare vertragliche oder kollektivrechtliche Grundlage gibt. Arbeitgeber sollten vermeiden, einseitig Minusstunden aufzubauen und stets auf die Einhaltung des Mindestlohns achten.
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