Zeiterfassungsrichtlinie

Eine Zeiterfassungsrichtlinie legt verbindlich fest, wie Arbeitszeiten, Pausen, Überstunden und Abwesenheiten im Unternehmen erfasst, geprüft und freigegeben werden. Sie regelt Zuständigkeiten, Prozesse, Systeme und Mindestanforderungen aus Gesetz, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Zeiterfassungsrichtlinie ist ein internes Regelwerk, das definiert, wie Arbeitszeiten im Unternehmen erfasst, korrigiert, geprüft und aufbewahrt werden. Sie schafft Transparenz für Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeitende und bildet die Basis für eine rechtssichere und effiziente Arbeitszeiterfassung.
Typische Inhalte:
- Was wird erfasst? Beginn und Ende der Arbeitszeit, Pausen, Arbeitsunterbrechungen, Überstunden, Dienstreisen, Bereitschaft.
- Wie wird erfasst? Papier, Excel oder – heute üblich – digitale Zeiterfassungssoftware, Terminals, mobile Apps.
- Wer ist verantwortlich? Mitarbeitende für die Buchung, Vorgesetzte für Prüfung/Freigabe, ggf. HR/Buchhaltung für Kontrolle und Export (z. B. an DATEV).
- Korrekturen und Fristen: Wie und bis wann Korrekturen beantragt und freigegeben werden, bevor Lohnabrechnungen erstellt werden.
Rechtlich orientiert sich eine Zeiterfassungsrichtlinie insbesondere an:
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG): Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten, Pausenregelungen, Sonn- und Feiertagsarbeit.
- Mindestlohngesetz und Dokumentationspflichten, z. B. für Minijobs.
- EuGH-Urteil zur Zeiterfassung und der daraus resultierenden Pflicht zur systematischen Arbeitszeiterfassung.
- Ggf. Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung und Nachweisgesetz.
Digitale Zeiterfassung erleichtert die Umsetzung erheblich: Regeln der Richtlinie (z. B. automatische Pausenabzüge, Prüflogiken für Höchstarbeitszeiten, Genehmigungsworkflows) lassen sich im System hinterlegen. Berichte für Lohnabrechnung, Controlling und Prüfbehörden können per Knopfdruck erstellt werden. Einheitliche digitale Prozesse senken Fehlerquoten, sparen Zeit in der Verwaltung und erhöhen die Nachvollziehbarkeit bei Überstunden und Zeitkonten.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen sollte ein Fachanwalt oder Steuerberater hinzugezogen werden.
Häufige Fragen
Das Gesetz verlangt kein bestimmtes Dokument mit diesem Namen, aber eine systematische Arbeitszeiterfassung ist nach EuGH-Rechtsprechung und aktueller deutscher Rechtsentwicklung erforderlich. Eine Richtlinie ist der pragmatische Weg, diese Pflicht einheitlich, nachvollziehbar und für alle verständlich umzusetzen.
Mindestens sollten Erfassungsweg (z. B. digitale Zeiterfassung), Verantwortlichkeiten, Umgang mit Pausen, Überstunden, Korrekturen und Fristen geregelt sein. Außerdem empfiehlt sich ein Hinweis auf geltende Gesetze, Tarifverträge und ggf. den Betriebsrat.
Zunächst sollten Geschäftsführung, HR und ggf. Betriebsrat die Inhalte abstimmen. Danach erfolgt eine schriftliche Bekanntgabe an alle Mitarbeitenden, Schulung zur Nutzung des Systems und konsequente Anwendung im Arbeitsalltag, unterstützt durch eine digitale Zeiterfassungslösung.
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